Sonntag, 20. Dezember 2015

Heckspiegel fürs Beizen vorbereiten

Am heutigen Sonntag musste ich mir mal wieder eine Beschäftigung suchen, die mit geringer Lautstärke zu erledigen ist. Da ich den Heckspiegel bald endgültig fixieren möchte und meine Werkstatt viel zu wenig Platz bietet, um dort im Anschluss ordentlich zu arbeiten habe ich mich an die Vorbereitung des Heckspiegels gemacht.

Das Sperrholz für den Heckspiegel ist ein Schäldeck. Im Gegensatz dazu sind die Seiten ein schöneres, aber auch deutlich teureres Messerdeck Furnier.
MesserdeckSchäldeck
Eigentlich war der Plan mittig im Heckspiegel ein schönes Zentrum der Maserung zu erhalten. Aber leider hat die Platte das nicht hergegeben. Dass hätte zu sehr viel Verschnitt geführt.

Da mir die Maserung des Spiegels nicht so gut gefällt, ist der neue  Plan, die Platte mit Stoppani Pasta Mogano Beize annähernd "tot" zu beizen. D.h. die Beize so stark und wenig verdünnt aufzutragen, dass die Maserung fast unsichtbar wird.

Um das Beizen vorzubereiten, habe ich die Platte gewässert und abgeschliffen. Durch das Befeuchten der Platte quellen die Holzfasern ein wenig auf. Das anschließende Schleifen glättet die Oberfläche wieder.

Würde man den Schritt des Wässerns weglassen, könnten die Fasern, die sich dann beim Auftragen der Beize aufstellen, entweder bei der weiteren Bearbeitung zu Unregelmäßigkeiten im Farbbild oder sogar zu fehlerhaften Stellen im Decklack führen, an denen dann im schlimmsten Fall sogar Wasser eindringt.

Letzteres sollte bei mir zwar kein Problem sein, da ich das Boot mit Fiberglassmatten beschichten will, aber der Aufwand ist gering und schaden kann es auch nicht ....

Der Heckspiegel vor der Behandlung
Also habe ich zunächst die Bleistiftmarkierungen entfernt, mit dem Schwamm großzügig Wasser aufgetragen und dann zum Schleifklotz mit 120er Schleifpapier gegriffen.

Gewässert und geschliffen
Nach dem Wässern erkennt man sehr schön die lebhafte und asymmetrische Maserung des Schäldecks. Ich hoffe, dass ich das mit der Beize ein wenig beruhigt bekomme. Den Rest muss dann wohl der Motor verdecken ...


Samstag, 19. Dezember 2015

Arbeiten an Decksprungleiten und Heck

Ich habe nun die Kimmstringer an allen Spanten befestigt. (Bis auf Spant 0, der direkt am Heckspiegel ist). Als nächstes stehen mehrere Schritte an:

Zum einen müssen die Decksprungleisten angebracht werden. Das sind die Längsstringer, die sich an der äußeren oberen Ecke des Bootes befinden, wo Spant und Deck zusammen treffen. Die Decksprungleisten der Malahini werden nach Plan aus 2 Leisten aufeinander laminiert die je ca 17 mm dick sind. Da die einzelnen Leisten nicht so stark sind, hätte ich sie wahrscheinlich ohne Dampf an die Bootsform anpassen können. Aber zum einen habe ich meine Dampfbox ja noch parat stehen und zum anderen waren die Erfahrungen mit den dampfgebogenen Leisten richtig gut.

Also habe ich nach der bewährten Faustformel 1 Stunde Dampf pro Zoll Leistendicke die einzelnen Leisten eine knappe 3/4 Stunde in den Dampf gehängt und anschliessend am Boot befestigt.


Nach einem Tag habe ich die Leiste abgenommen und sie haben erstaunlich gut die Form behalten. Das Prozedere hab ich mit allen 2 mal 2 Leisten gemacht, so dass ich jetzt 4 gebogene Leisten vorbereitet habe.

Zum anderen steht die Befestigung von Spant 0 und des Heckspiegels an. Dazu müssen die Kerben für die Längsstringer im Spant noch genau angepasst werden, da diese Anpassung sehr schwierig wir, wenn Heckspiegel und Spant fest verbunden sind.

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Schritt für Schritt Richtung Rumpf

Kürzlich hat Glen-L einen Bericht eines Kunden veröffentlicht, der 13 Jahre an seinem Boot gebaut hat. Das zeigt: Beharrlichkeit ist das wichtigste beim Bootsbau...

Nun, was mein Projekt angeht, entwickele ich mich in die gleiche Richtung: Derzeitige durchschnittliche Arbeitsgeschwindigkeit: 0,5 Stunden / Woche.

Aber es geht weiter voran ...

Ich befestige zur Zeit immer noch die Kimmstringer an den Spanten. Dabei habe ich noch einen kleinen Tipp für alle, die auch irgendwann zu diesem Punkt kommen:

Da meine Stringer etwas dicker sind als im Plan angegeben, haben meine Stringer den Hang zu tief zu sinken. Ich versuche mal, dass an einer Skizze zu verdeutlichen:

Spant und Kimmstringer im Querschnitt

Die Ecke oben links des Kimmstringers (blau) soll wie im Bild gezeigt oben bündig mit dem Spant sein (wie im Bild dargestellt). Außerdem soll die rechte Seite des Stringers möglichst bündig mit der Aussenseite des Spants sein. Wenn der Stringer nun dicker ist als er laut Plan sein soll, ist es notwendig die Kerbe im Spant zu vergrößern. Damit bewegt sich der Stringer tiefer in die Kerbe (Andeutung gelber Pfeil). Doch damit verschiebt sich auch die obere Ecke nach unten.

Bei mir war es teilweise notwendig großzügig angedicktes Epoxidharz oder auch kleine Mahagoniplättchen unter den Stringer zu kleben. Das ist zwar unproblematisch, aber auch eine Sache, die man sich sparen kann.

An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal darauf hinweisen, wie sehr es sich gelohnt hat, die Stringer vor dem Biegen mit Dampf zu behandeln. Gerade am vordersten Spant, wo die Krümmung der Stringer am stärksten ist, berichten viele Bootsbauer davon, dass der Kimmer bricht, wenn er zur Befestigung vorgebohrt wird. Das war bei mir nicht annähernd ein Problem.



Donnerstag, 26. November 2015

Kiel befestigt und Kimmstringer am Frame 4 befestigt

Beflügelt vom gestrigen Erfolg, habe ich direkt damit weiter gemacht, Fakten zu schaffen, die nur schwer umkehrbar sind. Der Kiel ist nun mit den Spanten 1 - 4 verklebt und verschraubt. Das heißt der Rumpf (Bis auf den Heckspiegel). Dabei habe ich wieder das gleiche Verfahren wie immer angewendet. Zunächst das  Holz mit purem Epoxidharz an den Klebestellen getränkt, anschließend habe ich das Epoxidharz angedickt und die Klebestellen damit bestrichen und das ganze fixiert.
An den Spanten habe ich die beiden Bronzeschrauben zur Fixierung verwendet. Am Bug habe ich zusätzlich zu den zwei vorgesehenen M8 Bolzen ein paar Schraubzwingen eingesetzt.

Damit ist es jetzt also eine Einheit. In den nächsten Tagen werde ich die Kimmstringer ebenfalls an den Spanten befestigen.

Mittwoch, 25. November 2015

Einfach mal beherzt zum Bohrer greifen...

Nach ein paar privaten Schicksalsschlägen, die mich erreichten, als ich gerade wieder loslegen wollte, hat es ein wenig gedauert, bis ich mich wieder aufraffen konnte, in meiner kleinen Werft weiter am Boot zu bauen.

Da ich mich schon vor meiner Auszeit recht lang mit dem Kimmstringern beschäftigt habe, ohne wirklich voran zu kommen, fiel es mir etwas schwer, mich wieder aufzuraffen. Aber wieder erwarten hat die ganze Aktion gut funktioniert.

Evtl. war ich auch nicht mehr ganz so pingelig wie bisher und habe mich mehr auf Augenmaß und Epoxy verlassen. Jedenfalls habe ich einfach die Stringer mit Schraubzwingen am Bug befestigt, beherzt zum Bohrer gegriffen und die Löcher für die drei Befestigungsschrauben vorgebohrt. Da ich die beiden Stringer der Reihe nach befestigt habe, habe ich den Bug zunächst mit einem Kantholz befestigt, damit der unter Spannung stehende Stringer den Bug nicht aus der Flucht biegt.

Anschließend hab ich die Klebeflächen zunächst mit Epoxidharz angepinselt. Erst danach habe ich eine großzügige Schicht angedicktes Epoxidharz (viel hilft viel...) aufgetragen, damit das Holz die Klebefläche nicht trocken saugt.

Beim anschließenden Befestigen dienten die halb durchgesteckten Holzschrauben als Führung, um die ursprüngliche Befestigungsposition wieder zu finden.

Danach habe ich den zweiten Stringer am Bug ausgerichtet und ebenfalls genauso befestigt.

Mit dem ausquellenden Epoxidharz habe ich die Rille ausgefüllt, die sich daraus ergibt, dass die Kimmstringer schräg auf den Block laufen. Wahrscheinlich trägt das nicht maßgeblich zur Stabilität bei, aber das Zeug war da und musste weg.

Alles in allem eine ziemliche Epoxy-Sauerei, aber mit dem Ergebnis bin ich zufrieden und gegen das viele Epoxy an Stellen, wo es nicht hin soll, gibt es ja Schleifpapier ...


Samstag, 15. August 2015

Endlich geht's wieder weiter ...

Auf Helgoland gibt es ein Sprichwort, dass sagt "Ein Boot und ein Garten, das beißt sich". Nun, so langsam fange ich an zu begreifen, was die Inselbewohner meinen...

Aber heute, konnte ich mich endlich mal wieder aufraffen mich in die Werft zu begeben. Das Ziel war, erstmal wieder einen Überblick zu bekommen und die Kimmstringer so einzupassen, dass sie provisorisch befestigt werden können.

Beim Betreten der Werft, wurde ich erstmal daran erinnert, was ich dort alles so in der Gartensaison "zwischengelagert" habe. Also war erstmal entrümpeln angesagt...

Dann habe ich noch einmal die Aussparungen an allen Spanten für den Kimmstringer mit Powerfeile und Japansäge nachgearbeitet.

Un dann habe ich die beiden Kimmstringer zum ersten mal zugleich eingepasst. Was soll ich sagen, eine schöne symmetrische Form, die schon richtig nach "Boot" aussieht.

Aber...

Wenn ich die Kimmstringer Ihrem "natürlichen Verlauf folgen lasse", wie Glen-L es in dem Buch vorschlägt, treffen sie sich leider nicht in gleicher Höhe am Bug. Da ist über ein Zentimeter Unterschied, der dass Boot komplett asymmetrisch machen würde.

Ich habe noch einmal die Pläne studiert, aber keinen Hinweis gefunden, was denn das gewünschte Maß ist, aber ich habe tatsächlich nichts gefunden.

Ok, gefrustet habe ich dann erstmal den Rückzug angetreten, um noch einmal weitere Recherchen anzustellen.

Wie dem auch sei, der Anfang ist schonmal gemacht und ich hoffe, dass ich in nächster Zeit mehr Gelegenheit finde, wieder weiter zu basteln.

Donnerstag, 2. April 2015

Nacharbeiten und Anpassungen

Sooo, es ist an der Zeit mal wieder ein kurzes Update zum Bootsbau abzugeben. War ja etwas schreibfaul in den letzten Tagen...

Zunächst einmal sind derzeit noch ein paar Nacharbeiten zu den chine logs (Kimmstringer) nötig. Zwar werden Sie am Bug an einem chine block befestigt, aber auch damit lässt sich der Befestigungspunkt in der Höhe um einige Zentimeter verschieben. Trotz intensiver Recherchen, war es mir nicht möglich, einen genauen Punkt zu ermitteln, an dem die chine logs befestigt werden.

Der beste Hinweis war noch der, dass der Punkt sich aus dem natürlichen Lauf der Stringer ergeben soll. So habe ich einen Punkt in der Mitte des möglichen Bereichs gewählt. Das muss ich noch wohl einmal mit Sperrholzresten prüfen, damit auch in beide Richtungen (Seiten und BOdenbeplankung genug "Fleisch" zum Befestigen der Beplankung bleibt.

Das zweite Problem ist, dass der Kimmstringer am Bug so ankommen muss, dass er der Kontur des Bugs entsprechend abschließt. Da meine Chine Logs ca. 2 mm dicker sind als von Glen-L vorgesehen und ich beim Befestigen des Blockings wohl nicht exakt den gleichen Abstand von der vorderen Kante des Bugs hatte, sind hier Nacharbeiten nötig. Ca. 3 mm muss ich von der vorderen Kante des Blocks abnehmen, damit der chine log weit genug hinten am Boot befestigt ist.

Das ganze läßt sich gut mit einer Hilfslatte mit Aussparung kontrollieren, die als Verlängerung des chine logs genau in der Mitte des Bugs die vordere Kante berühren soll (Vgl. Bild).

Ermitteln des Verlaufs der chine logs am Bug. (c) Glen-l
Außerdem habe ich immer noch den Punkt offen, mindestens am Spant 0 die weiteren Aussparungen für die Längsstringer anzubringen, da diese schwer u sägen sind, wenn der Heckspiegel schon montiert ist.

Wenn das alles endlich passiert ist, kann ich mit den Decksprung Stringern endlich weitermachen. Dass sollte nochmal das Bild verändern. Aber wie so häufig, die Freude und der Wunsch sind groß, einzig die Zeit ist so extrem knapp ...