Donnerstag, 26. November 2015

Kiel befestigt und Kimmstringer am Frame 4 befestigt

Beflügelt vom gestrigen Erfolg, habe ich direkt damit weiter gemacht, Fakten zu schaffen, die nur schwer umkehrbar sind. Der Kiel ist nun mit den Spanten 1 - 4 verklebt und verschraubt. Das heißt der Rumpf (Bis auf den Heckspiegel). Dabei habe ich wieder das gleiche Verfahren wie immer angewendet. Zunächst das  Holz mit purem Epoxidharz an den Klebestellen getränkt, anschließend habe ich das Epoxidharz angedickt und die Klebestellen damit bestrichen und das ganze fixiert.
An den Spanten habe ich die beiden Bronzeschrauben zur Fixierung verwendet. Am Bug habe ich zusätzlich zu den zwei vorgesehenen M8 Bolzen ein paar Schraubzwingen eingesetzt.

Damit ist es jetzt also eine Einheit. In den nächsten Tagen werde ich die Kimmstringer ebenfalls an den Spanten befestigen.

Mittwoch, 25. November 2015

Einfach mal beherzt zum Bohrer greifen...

Nach ein paar privaten Schicksalsschlägen, die mich erreichten, als ich gerade wieder loslegen wollte, hat es ein wenig gedauert, bis ich mich wieder aufraffen konnte, in meiner kleinen Werft weiter am Boot zu bauen.

Da ich mich schon vor meiner Auszeit recht lang mit dem Kimmstringern beschäftigt habe, ohne wirklich voran zu kommen, fiel es mir etwas schwer, mich wieder aufzuraffen. Aber wieder erwarten hat die ganze Aktion gut funktioniert.

Evtl. war ich auch nicht mehr ganz so pingelig wie bisher und habe mich mehr auf Augenmaß und Epoxy verlassen. Jedenfalls habe ich einfach die Stringer mit Schraubzwingen am Bug befestigt, beherzt zum Bohrer gegriffen und die Löcher für die drei Befestigungsschrauben vorgebohrt. Da ich die beiden Stringer der Reihe nach befestigt habe, habe ich den Bug zunächst mit einem Kantholz befestigt, damit der unter Spannung stehende Stringer den Bug nicht aus der Flucht biegt.

Anschließend hab ich die Klebeflächen zunächst mit Epoxidharz angepinselt. Erst danach habe ich eine großzügige Schicht angedicktes Epoxidharz (viel hilft viel...) aufgetragen, damit das Holz die Klebefläche nicht trocken saugt.

Beim anschließenden Befestigen dienten die halb durchgesteckten Holzschrauben als Führung, um die ursprüngliche Befestigungsposition wieder zu finden.

Danach habe ich den zweiten Stringer am Bug ausgerichtet und ebenfalls genauso befestigt.

Mit dem ausquellenden Epoxidharz habe ich die Rille ausgefüllt, die sich daraus ergibt, dass die Kimmstringer schräg auf den Block laufen. Wahrscheinlich trägt das nicht maßgeblich zur Stabilität bei, aber das Zeug war da und musste weg.

Alles in allem eine ziemliche Epoxy-Sauerei, aber mit dem Ergebnis bin ich zufrieden und gegen das viele Epoxy an Stellen, wo es nicht hin soll, gibt es ja Schleifpapier ...


Samstag, 15. August 2015

Endlich geht's wieder weiter ...

Auf Helgoland gibt es ein Sprichwort, dass sagt "Ein Boot und ein Garten, das beißt sich". Nun, so langsam fange ich an zu begreifen, was die Inselbewohner meinen...

Aber heute, konnte ich mich endlich mal wieder aufraffen mich in die Werft zu begeben. Das Ziel war, erstmal wieder einen Überblick zu bekommen und die Kimmstringer so einzupassen, dass sie provisorisch befestigt werden können.

Beim Betreten der Werft, wurde ich erstmal daran erinnert, was ich dort alles so in der Gartensaison "zwischengelagert" habe. Also war erstmal entrümpeln angesagt...

Dann habe ich noch einmal die Aussparungen an allen Spanten für den Kimmstringer mit Powerfeile und Japansäge nachgearbeitet.

Un dann habe ich die beiden Kimmstringer zum ersten mal zugleich eingepasst. Was soll ich sagen, eine schöne symmetrische Form, die schon richtig nach "Boot" aussieht.

Aber...

Wenn ich die Kimmstringer Ihrem "natürlichen Verlauf folgen lasse", wie Glen-L es in dem Buch vorschlägt, treffen sie sich leider nicht in gleicher Höhe am Bug. Da ist über ein Zentimeter Unterschied, der dass Boot komplett asymmetrisch machen würde.

Ich habe noch einmal die Pläne studiert, aber keinen Hinweis gefunden, was denn das gewünschte Maß ist, aber ich habe tatsächlich nichts gefunden.

Ok, gefrustet habe ich dann erstmal den Rückzug angetreten, um noch einmal weitere Recherchen anzustellen.

Wie dem auch sei, der Anfang ist schonmal gemacht und ich hoffe, dass ich in nächster Zeit mehr Gelegenheit finde, wieder weiter zu basteln.

Donnerstag, 2. April 2015

Nacharbeiten und Anpassungen

Sooo, es ist an der Zeit mal wieder ein kurzes Update zum Bootsbau abzugeben. War ja etwas schreibfaul in den letzten Tagen...

Zunächst einmal sind derzeit noch ein paar Nacharbeiten zu den chine logs (Kimmstringer) nötig. Zwar werden Sie am Bug an einem chine block befestigt, aber auch damit lässt sich der Befestigungspunkt in der Höhe um einige Zentimeter verschieben. Trotz intensiver Recherchen, war es mir nicht möglich, einen genauen Punkt zu ermitteln, an dem die chine logs befestigt werden.

Der beste Hinweis war noch der, dass der Punkt sich aus dem natürlichen Lauf der Stringer ergeben soll. So habe ich einen Punkt in der Mitte des möglichen Bereichs gewählt. Das muss ich noch wohl einmal mit Sperrholzresten prüfen, damit auch in beide Richtungen (Seiten und BOdenbeplankung genug "Fleisch" zum Befestigen der Beplankung bleibt.

Das zweite Problem ist, dass der Kimmstringer am Bug so ankommen muss, dass er der Kontur des Bugs entsprechend abschließt. Da meine Chine Logs ca. 2 mm dicker sind als von Glen-L vorgesehen und ich beim Befestigen des Blockings wohl nicht exakt den gleichen Abstand von der vorderen Kante des Bugs hatte, sind hier Nacharbeiten nötig. Ca. 3 mm muss ich von der vorderen Kante des Blocks abnehmen, damit der chine log weit genug hinten am Boot befestigt ist.

Das ganze läßt sich gut mit einer Hilfslatte mit Aussparung kontrollieren, die als Verlängerung des chine logs genau in der Mitte des Bugs die vordere Kante berühren soll (Vgl. Bild).

Ermitteln des Verlaufs der chine logs am Bug. (c) Glen-l
Außerdem habe ich immer noch den Punkt offen, mindestens am Spant 0 die weiteren Aussparungen für die Längsstringer anzubringen, da diese schwer u sägen sind, wenn der Heckspiegel schon montiert ist.

Wenn das alles endlich passiert ist, kann ich mit den Decksprung Stringern endlich weitermachen. Dass sollte nochmal das Bild verändern. Aber wie so häufig, die Freude und der Wunsch sind groß, einzig die Zeit ist so extrem knapp ...







Donnerstag, 26. März 2015

Galionsfigur aus rostfreiem Stahl

Ok, ich gebe zu, es ist mal wieder eine Schnapsidee und wahrscheinlich auch mangelnde Geduld, aber die Gelegenheit war günstig, und so habe ich erfolgreich eine Galionsfigur für mein Boot erstanden.



Ich habe diese Figur schon vor geraumer Zeit gesehen und immer wieder damit geliebäugelt. Allerdings habe ich sie bisher immer nur bei einem Händler in den USA gefunden und da sprachen gleich drei Dinge gegen den Kauf.

  1. Ich war mir nicht sicher, ob der Versand nach Deutschland möglich ist.
  2. Die Verzollung. Einen Besuch beim Hauptzollamt finde ich ungefähr so angenehm wie einen Zahnarztbesuch. (Sorry liebe Beamte, aber bisher waren meine Erfahrungen tatsächlich nicht die besten)
  3. Der Preis! Die Figur sollte in den USA fast 200$ kosten, was mein Budget dann doch gesprengt hätte.
Jetzt hat sich jedoch die günstige Gelegenheit ergeben, die Figur von einem europäischen Händler zum Superschnapperpreis zu bekommen, und da musste ich dann einfach schon einmal zuschlagen, obwohl ich natürlich noch nicht annähernd soweit bin, das ich sie verbauen kann. Im Prinzip weiß ich ja noch nichtmal ob ich gerade ein Boot, oder einen großen Haufen Brennholz baue.... Schauen wir mal.

In Natura ist die Schönheit vielleicht ein wenig groß für mein Boot (fast 25 cm lang) und auch etwas schmächtig, aber sie ist massiv und wirkt recht stabil. Am Ende bleibt Sie eine Schönheit und ich kann es kaum erwarten, sie am Boot zu befestigen.

Mittwoch, 25. März 2015

Einpassen der Kimmstringer

Nachdem ich die Kimmstringer mit Hilfe des Dampfes gebogen habe und sie dann mit Schraubzwingen und Spanngurten provisorisch an den Spanten und am Bug fixiert hatte, kümmere ich mich zur Zeit darum, sie genau einzupassen.

Schraubzwingenmassaker am Bug.

Übrigens: Falls jemand ein Geschenk für einen Bootsbauer sucht, hier ein kleiner Tipp: Schraubzwingen, in allen Längen, Breiten Variationen! Schraubzwingen kann man gar nicht genug haben.

Am Bug hat sich dafür eine Japan Zugsäge bewährt, die ich einfach am Bug entlanglaufen lasse, um den Stringer im richtigen Winkel zu kürzen. Da ich den Stringer vorne und hinten großzügig hab überstehen lassen, kann ich ein paar mal Nachschneiden, bis ich exakt den gewünschten Winkel erreicht habe. Die entstehende Lücke schließe ich durch einfaches Vorziehen des Stringers um einen Millimeter. Dazu habe ich die Schraubzwingen entfernt und den Stringer nur mit Spanngurten an den Spanten befestigt.

Schön, endlich den Bogen des Bootes zu erkennen.
Im Hintergrund sieh man die Dampfbox, die aus Platzmange auf dem Boot
steht.

Außerdem muss ich jetzt noch die Aussparungen für die Kimmstringer an den Spanten anpassen.
Erst mit dem gebogenen Holz erkennt man, wo die Stringer noch zu weit nach außen stehen. Insbesondere am vorderen Spant 4 ist sehr viel Nacharbeit nötig.

Die Bilder zeigen die Aussparungen am Spant 4 vor und nach der Nacharbeit

Um vernünftig arbeiten zu können,  löse ich die Spanngurte etwas und schiebe den Stringer nach oben oder unten aus den Aussparungen. Dann habe ich die Konturen mit der Powerfeile nachgezogen. Meine ersten Versuche mit der Vibrationssäge sind eher gescheitert, dass mag aber auch mangelndes Geschick sein.

So arbeite ich mich derzeit langsam vom Bug zum Heck des Bootes um die Stringer richtig einzupassen.

Dienstag, 17. März 2015

Mahagoni Holz biegen mit Dampf

Heute ging es im wahrsten Sinne des Wortes mit Volldampf weiter mit meinem Bootsbau. Heute habe ich mir vorgenommen, einmal zu Testen, ob ich die Kimmstringer biegen kann um dem Boot eine erste Kontur zu geben.

Glen-L empfiehlt zwar die Stringer mit Handtüchern zu umwickeln und mit heißem Wasser zu begießen, da ich aber Mahagoni nutze, und schon einmal versucht habe, etwas zu biegen, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass dies so nicht reicht.

Also habe ich mir eine Dampfbox gebaut, um das Holz zu dämpfen und anschließend zu biegen.

Um es mal mit der Lehrer Bömmel aus "Feuerzangenbowle" zu sagen:
"Also, wat is en Dampfmaschin? Da stelle mehr uns janz dumm. Und da sage mer so: En Dampfmaschin, dat is ene jroße schwarze Raum, der hat hinten un vorn e Loch. Dat eine Loch, dat is de Feuerung. Und dat andere Loch, dat krieje mer später."
So ähnlich ist auch meine "Steambox" gebaut:


Zunächst hab ich meine urspüngliche provisorische Arbeitsplatte in vier Teile gesägt und daraus einen Kasten geformt.


In den Kasten habe ich ein HT-Rohr gesteckt, diese wurde rundherum gut mit Isolierwolle gedämmt, damit der Dampf nicht zu schnell abkühlt.


Deckel drauf, verschrauben und ind das eine Loch eine Reduzierung mit Dichtung... Fertig! Nicht schön, aber zweckmäßig.

Die Box wird nun mit leichtem Gefälle in Richtung des offenen Endes aufgestellt. An jenem Ende wird auch eine Wanne als Tropfbehälter für das kondensierende Wasser untergestellt. Dann wird von dort die zu biegende Leiste in das Rohr geschoben. Damit die Leiste von allen Seiten vom Dampf umschlossen wird, habe ich ein paar kleine Klötze im Rohr untergelegt. Zum Schluß habe ich noch das offene Ende mit einer alten Decke einigermaßen verschlossen.

Das ganze ist zwar nicht schön geworden, aber dafür zweckmäßig. Als Dampfgenerator verwende ich den Wagner Dual Tank System Steamer (DTS) Dampf-Tapetenablöser, der normalerweise zum Ablösen von Tapeten gedacht ist. Konstruktionen mit Brenner und Wassertopf waren mir echt zu heikel. Daher habe ich lieber das Geld investiert, was ich auch nicht bereut habe.

Mit ca. 8 l Wasser konnte ich bequem die eine Stunde Dampf generieren, die allgemein für Holz mit 1" Stärke empfohlen wird.


Schon kurz nach dem einschalten beginnt der Dampfgenerator ein beruhigendes Blubbern von sich zu geben und schon nach einer Viertelstunde hat der Dampf das andere Ende des Rohres erreicht.


Die Stunde, die ich ab jetzt Zeit hatte, habe ich genutzt, um Handschuhe bereit zu legen (schließlich ist das Holz richtig heiß, wenn es rauss kommt) und auch Schraubzwingen und Spanngurte um das Holz dann in Form zu bringen.

Ich war schon etwas aufgeregt, da ich mehrfach gelesen habe, dass man nur eine Minute hat, um das Holz dann zu biegen, aber aufgrund der Vorbereitung war alles erstaunlich problemlos. Leiste rauß, am Heck beginnend mit Zwingen befestigt und mit dem Spanngurt am Bug festgezogen, fertig!

Endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis! Ich freue mich!